Der Maßnahmenplan ist das Element des Strukturmodells, das beschreibt, welche Pflege- und Betreuungsmaßnahmen eine Person bekommt. Er leitet sich aus der SIS ab, folgt der Tagesstruktur über 24 Stunden und ist handlungsleitend für alle Mitarbeitenden. Er ist kein einheitliches Dokument. Deine Einrichtung entwickelt und erprobt ihn selbst.
Inhalt
Lesezeit: 5 Minuten
Der Maßnahmenplan im Pflegeprozess
Der Maßnahmenplan ist die zweite Phase des Pflegeprozesses. Im Strukturmodell ersetzt er den bisher üblichen Begriff der „Pflegeplanung“. Wie der Name sagt, beschreibt er Pflegemaßnahmen, ohne gesondert Ziele, Probleme und Ressourcen zu dokumentieren.
Die Informationen aus der SIS® und aus allen anderen Quellen fließen ein. Der Verständigungsprozess aus der SIS® spiegelt wider, was mit der Bewohnerin, dem Bewohner oder der Klientin besprochen wurde. Die darin bereits enthaltenen Ziele werden als individuelle Wünsche und Vorlieben zu Grundbotschaften (siehe Blogartikel 3) und geben im Pflegeprozess weiterhin Orientierung.
Der Maßnahmenplan ist kein einheitliches Dokument wie die SIS®, das im Strukturmodell fest vorgegeben ist. Er muss intern entwickelt und erprobt werden. Das ist wahrscheinlich der größte Teil der Herausforderung.
Was gehört in den Maßnahmenplan?
Die Grafik zeigt einige erforderliche und optionale Inhalte des Maßnahmenplans.

Wir empfehlen, die Grundbotschaften dem Maßnahmenplan voranzustellen. So richtest Du ihn konsequent an den Wünschen und Bedürfnissen der Person aus.
Was beeinflusst die Erstellung des Maßnahmenplans?
Auf die Erstellung wirken zum Beispiel ein: individuelle Wünsche und Vorlieben, körperbezogene Pflegemaßnahmen und pflegerische Betreuungsmaßnahmen, Maßnahmen des Risikomanagements und der zeitlich befristeten Beobachtung, individuelle Maßnahmen zur Unterstützung in definierten Situationen sowie Leistungen der zusätzlichen Betreuung und Aktivierung.
„Qualitätsmerkmal eines nachvollziehbaren Maßnahmenplans ist die Plausibilität zwischen der SIS®, Berichteblatt, Evaluationsergebnissen sowie die daraus abgeleiteten Maßnahmen, da sich Art und Umfang sowie inhaltliche Ausrichtung nur aus der individuellen Situation begründen lassen“ (Quelle: Dokumentieren mit dem Strukturmodell, S. 146)
Für die Struktur eignen sich die W-Fragen: Wer, was, wie, wo, wann. Hinweise, wie die Maßnahmenplanung gelingt (sieben Punkte), findest Du vertiefend im E-Learning-Kurs zum Strukturmodell.
Beispiel Maßnahmenplan stationär
Das Beispiel ist fiktiv und zeigt nur die Logik. Es ersetzt keine Vorlage, die Deine Einrichtung selbst entwickelt. Der Plan folgt der Tagesstruktur und beginnt mit der Grundbotschaft.
Grundbotschaft: Herr Lehmann, 82 Jahre, möchte seinen Tag selbst bestimmen und morgens in Ruhe starten. Er legt Wert darauf, möglichst viel allein zu machen.
| Wann | Was und wie | Wer |
|---|---|---|
| Morgens ab 7:30 Uhr | Körperpflege am Waschbecken. Gesicht und Oberkörper wäscht er selbst, Rücken und Füße übernimmt die Pflegekraft. Ohne Zeitdruck, Radio an. | Pflegekraft im Frühdienst |
| Donnerstags | Duschen mit Hilfe beim Ein- und Ausstieg. Haut dabei beobachten, Auffälligkeiten im Berichteblatt festhalten. | Pflegefachkraft |
| Beim Aufstehen und Gehen | Risikomanagement Sturz: Gehstock in Reichweite stellen, beim ersten Aufstehen am Morgen begleiten. | alle Mitarbeitenden |
| Mittags | Essen im Speisesaal am gewohnten Tisch. Das Brot wird mundgerecht vorbereitet, gegessen wird selbstständig. | Pflegehilfskraft, Alltagsbegleitung |
| Abends ab 21 Uhr | Unterstützung beim Zubettgehen. Nachtlicht anlassen, Gehstock ans Bett stellen. | Pflegekraft im Spätdienst |
Beispiel Maßnahmenplan ambulant
In der ambulanten Pflege richtet sich der Plan nach den Einsätzen. Auch hier kommen Angehörige mit vor, weil sie Teil der Versorgung sind.
Grundbotschaft: Frau Schulz, 76 Jahre, will so lange wie möglich in ihrer Wohnung bleiben. Ihr ist wichtig, dass sie morgens selbst entscheidet, was sie anzieht.
| Wann | Was und wie | Wer |
|---|---|---|
| Täglich gegen 7:00 Uhr | Hilfe beim Waschen und Ankleiden. Frau Schulz sucht die Kleidung aus. Danach Frühstück richten. | Pflegedienst |
| Dienstag und Freitag | Duschen mit Hilfe im Bad. Rutschfeste Matte bereitlegen. | Pflegedienst |
| Täglich gegen 18:30 Uhr | Hilfe beim Zubettgehen. Klingel und Telefon in Reichweite stellen. | Pflegedienst |
| Am Wochenende | Unterstützung bei der Körperpflege und beim Essen. | Tochter, Pflegedienst bei Bedarf |
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Pflegeplanung und Maßnahmenplan?
Im Strukturmodell ersetzt der Maßnahmenplan den Begriff der Pflegeplanung. Er beschreibt die Maßnahmen und dokumentiert Ziele, Probleme und Ressourcen nicht gesondert.
Woraus leitet sich der Maßnahmenplan ab?
Er leitet sich aus den Erkenntnissen der SIS® ab, also aus der Grundbotschaft, den Themenfeldern und der Risikomatrix.
Gibt es eine verbindliche Vorlage?
Nein. Der Maßnahmenplan ist kein einheitliches Dokument, die Einrichtung entwickelt und erprobt ihn intern.
Wo halte ich Abweichungen vom Maßnahmenplan fest?
Im Berichteblatt. Es dokumentiert Abweichungen vom Maßnahmenplan und kann eine Evaluation und die Anpassung des Plans auslösen.
Quellen
- EinSTEP: Das Strukturmodell, Elemente und Strukturen, ein-step.de/strukturen, abgerufen am 07.10.2026.
- Dokumentieren mit dem Strukturmodell, S. 146 (Zitat oben).
Aktualisiert am 07.10.2026.
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